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Digitales BGM
Teil 3

Nach unseren Blogartikeln zum konventionellen BGM (Link) und digitalen BGM (dBGM) (Link) geht es diese Woche darum, welche Möglichkeiten ein dBGM bieten kann.

 

Zielgruppenorientierung

Digitalaffine Männer können zukünftig durch das dBGM niedrigschwellig erreicht werden. Besonders Männer weisen eine signifikant geringe Teilnahmequote bei Gesundheitskursen auf. Der Trend der Gamification spielt dabei eine entscheidende Rolle. Durch den Einsatz von onlinebasierten Maßnahmen oder Apps kann die Partizipation dieser Zielgruppe gefördert werden. Beispielsweise ermöglicht der Einsatz von Fitness-Trackern eine Verzahnung der individuellen mit der unternehmensbezogenen Gesundheitsförderung. Vorteil hierbei ist, dass sich die Erfolge besser einsehen lassen und sich Challenges (z. B. in Form eines Schritte-Wettbewerbs mit Kollegen:innen) leicht umsetzen lassen. Durch die Anonymität bei dBGM Maßnahmen können Mitarbeiter:innen zukünftig unbeobachtet an den virtuellen Interventionen teilnehmen.

Employer Branding

Die Digital Natives, setzen auf digitale und moderne Arbeitsformen. Zudem sind sie im Umgang mit digitalen Tools vertraut. Im Hinblick auf den “War for Talents” spielt die Zielgruppe der jüngeren Mitarbeitern:innen eine besondere Rolle.

 

Vor dem Hintergrund der Globalisierung sind viele Unternehmen international vertreten. Durch die Implementierung eines dBGM können Mitarbeiter:innen unabhängig von ihrem Standort mit den gleichen qualitativ hochwertigen gesundheitsfördernden Angeboten bedient werden. Sprachbarrieren lassen sich durch eine mehrsprachige Programmierung leicht überwinden.

BGM hat vor allem in Betrieben mit Schichtdienst ein enormes Digitalisierungspotential, da  sich die Umsetzung aufgrund der unregelmäßigen Arbeitszeiten als schwierig erweist. Viele Schichtarbeiter:innen haben nicht die Möglichkeit an analogen, fest terminierten Angeboten teilzunehmen. Ein zielgruppenspezifisches BGM ist von großer Bedeutung. Zudem ermöglicht die digitale Prozessabwicklung und Steuerung eine vereinfachte Erhebung von maßgeblichen Kennzahlen.

 

Kurz- bis mittelfristige Zukunft

Die Corona-Pandemie ist ein Katalysator für die Verlagerung von Arbeit ins private Wohnumfeld. Eine Vielzahl an Mitarbeitern:innen wurden abrupt ins Homeoffice versetzt. Die notgedrungene Versetzung und die damit verbundenen verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeits- und Berufsleben, stellt für viele einen enormen Belastungsfaktor dar.

In den meisten Unternehmen wird Homeoffice auch nach der Pandemie ein fester Bestandteil bleiben – zumindest in Form von hybriden Arbeitszeitmodellen. Das erschwert die Erreichbarkeit und Ansprache der Beschäftigten mit geeigneten Maßnahmen des BGMs, da diese zurzeit in der Regel vor allem analog im Unternehmen stattfinden. 

Aufgrund der räumlichen Distanz sind Unternehmen in ihrer Einflussnahme eingeschränkt und Mitarbeiter:innen zu Hause auf sich selbst gestellt. Die Eienverantwortung für die eigene Gesundheit gewinnt somit an Relevanz. Das bedeutet, dass die Verhaltensprävention eine bedeutsame Stellschraube für das BGM im Homeoffice darstellt.Zukünftig müssen BGM-Maßnahmen entwickelt und implementiert werden, die speziell auf das Setting Homeoffice ausgerichtet sind. Online-Plattformen oder auch Gesundheits-Apps bieten ein großes Angebot rund um Fitness, Bewegung, Entspannung und Ernährung.

Quellen:

Braun, P., Nürnberg, V. (2017): Die Arbeitswelt im Wandel. Was Manager von Leistungssportlern lernen können. In: Body LIFE, 5, S. 52-54

Braun, P., Nürnberg, V. (2018): Zielgruppen im Digitalen Betrieblichen Gesundheitsmanagement. In: D. Matusiewicz und L. Kaiser (Hrsg.), Digitales Betriebliches Gesundheitsmanagement, FOM-Edition. Gabler, Springer Fachmedien, Wiesbaden, S. 413-426

Cech, C., Goja, W., Simonitsch, K. (2018): go4health digitales BGM. In: D. Matusiewicz und L. Kaiser (Hrsg.). Digitales Betriebliches Gesundheitsmanagement, FOM-Edition. Gabler, Springer Fachmedien, Wiesbaden, S. 263-274

 

Kaiser, L., Matusiewicz, D. (2018): Effekte der Digitalisierung auf das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM). In: D. Matusiewicz und L. Kaiser (Hrsg.). Digitales Betriebliches Gesundheitsmanagement, FOM-Edition. Gabler, Springer Fachmedien, Wiesbaden, S. 1-34

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